Heute Nacht ist Wintersonnenwende. Ganz genau heute Nacht um 00.03 MEZ. Wir verbringen heute also die längste Nacht des Jahres. Die Wintersonnenwende markiert die Wiedergeburt des Lichtes. Ab morgen werden die Nächte wieder kürzer und die Tage wieder länger. Ihr könnt meinen Erleichterungs-Seufzer hören, ich kann es kaum erwarten, wieder mehr Licht in meinem Leben zu haben!

Aber ich genieße auch die dunkle Zeit, die Zeit der Ruhe, der Stille und inneren Einkehr.

Die Wintersonnenwende ist nicht nur der Tiefpunkt der Dunkelheit, sie ist auch eine Zeit des Lichts. Weil es draußen früher dunkel wird, zünden wir im Haus Lichter an, in vielen Ländern werden Feste des Lichtes gefeiert. Ob das Diwali-Fest in Indien, das hindusitische Lichterfest, das 1-2 Monate vor der Wintersonnenwende gefeiert wird, Chanukka, das jüdische Fest zur Erinnerung an die Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem oder das nordeuropäische Julfest, das je nach religiöser Zuordnung zwischen der Wintersonnenwende und Anfang Februar gefeiert wird. In der vorkirchlichen Zeit wurde das Fest noch in der Mitte des Winters, also zwischen 12- und 14. Januar gefeiert, später auf den Termin der Geburt Jesu vorverlegt. Überall auf der Welt wird das Licht gefeiert und der Beginn eines neuen Zyklusses begrüßt.

Dieses Jahr haben wir an Weihnachten zudem noch Vollmond. Als Vollmond – Anhängerin freue ich mich auf diesen Wintervollmond ganz besonders, denn er ist immer der längste und stärkste Vollmond des ganzen Jahres. Er steigt höher am Himmel auf und ist länger zu beobachten als jeder andere Vollmond. Während die Sonne sich durch die kurzen Tage kämpft, wird sie vom Mond mit all seiner Kraft unterstützt. Sonne und Mond tanzen immer einen gemeinsamen Tanz – ist die eine schwächer, ist der andere stärker. Scheint die eine kürzer, leuchtet der andere länger. Schauen wir uns einmal genauer an, was das in diesen Tagen bedeutet.

Die Sonne steht in diesen Tagen gemeinsam mit Pluto und Merkur im Zeichen des Steinbocks. Wenngleich dem Steinbock Eigenschaften wie Vorsicht und Bodenständigkeit zugesprochen wird, steht er auch für dynamische und initiierende Energien. Macht Euch also auf ein paar energiereiche Tage gefasst!

Das wiederum passt sehr gut zu der Uranus-Pluto – Konstellation, die uns schon seit knapp zwei Jahren begleitet und immer wieder dafür sorgt, dass wir durchgeschüttelt werden, alles in Frage stellen, uns neu erfinden, alles wieder über Boot werfen und noch einmal von vorne anfangen. Kommt Dir bekannt vor? Bis April 2016 wird uns diese Konstellation noch begleiten.

Und wer davon noch nicht genug hat: im Januar beginnt ein neuer Zyklus unseres geliebten rückläufigen Merkurs. Ihr erinnert Euch? Merkur steht für Kommunikation, Reisen und Technologie. Wenn Merkur rückläufig ist, verlangsamen sich diese Themen bis hin zum Stillstand. Und weil Merkur auch eine sogenannte “Schattenzeit” hat, spüren wir diese Phase oft schon Wochen vorher oder hinterher. Während des rückläufigen Merkurs soll man bestenfalls keine Verträge abschließen oder neue Commitments eingehen. Zu wissen, dass es ab Januar in den Bereichen zu Komplikationen kommen kann, wird bei vielen von uns den Wunsch verstärken, unser zurückliegendes Jahr gut abzuschließen und das neue gut vorzubereiten. Es kann auch passieren, dass diese Zeit ganz grundlegende Fragen aufwirft: Bin ich glücklich mit meinem Leben? Will ich die Person sein, die ich gerade bin? Was wünsche ich mir – beruflich, privat und ganz persönlich? Für alle die sich mit diesen Fragen beschäftigen, empfehle ich mein nächstes Seminar “Love Yourself More” am 31. Januar in Hamburg.

 

Noch einmal zurück zu unserer Wintersonnenwende heute. Sonne, Pluto und Merkur stehen also im Steinbock. Der Mond steht in diesen Tagen im Stier. Beide Licht-schenkenden Planeten stehen also in Erdzeichen. Mit Jupiter und North Node in der Jungfrau, dem dritten Erdzeichen, bilden sie ein wunderbares Triangel. Insgesamt fünf von zehn Planeten sind damit in Erdzeichen. Diese Konstellation weist darauf hin, dass wir für alles, mit was wir uns in diesen Tagen beschäftigen, sehr konkrete Ergebnisse rechnen können. Noch eine Motivation mehr, uns mit den grundlegen Fragen zu beschäftigen, die uns umtreiben.

Nutzen wir also doch die Zeit der Wintersonnenwende, der ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, um uns mit den zentralen Fragen zu beschäftigen – die Konstellation der Sterne und Planeten bietet sich perfekt dafür an.

Meine beste Freundin, mit der ich wie die meisten der letzten zehn Jahre die Zeit zwischen den Jahren verbringen werde, und ich haben schon letztes Jahr beschlossen, in diesem Jahr die sogenannten Rauhnächte dafür zu nutzen, uns für das nächste Jahr neu auszurichten. Die Rauhnächte strecken sich vom 25. Dezember bis zum 06. Januar, den sechs letzten Tagen im alten Jahr und den sechs ersten Tagen im neuen Jahr – und enden damit ungefähr dann, wenn Merkur beginnt, rückläufig zu werden. Gerade noch rechtzeitig also, sich mit den eigenen Plänen für die Zukunft zu beschäftigen!

Die Rauhnächte sind ein alter europäischer Brauchtum. Vermutlich haben sie ihren Ursprung in der Zeitrechnung nach einem Mondjahr. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Die auf die im Sonnenkalender 365 Tage fehlenden Tage wurden als “tote Tage” bezeichnet und der Mythologie nach wurde angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft getreten sind und somit auch die Grenzen zu anderen Welten gefallen sind. Deswegen diente diese Zeit früher dem Austreiben der Geister, dem Räuchern, oder der Wilden Jagd zur Mitte der Rauhnächte, heute Silvester, in der das Geisterreich geöffnet und Verstorbene sowie Dämonen Ausgang hatten und durch Bräuche wie das Böllern oder Feuerwerk vertrieben werden sollten.

Die Rauhnächte waren heilige Nächte, in ihnen wurde nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, beobachtet, und mit der Familie Zeit verbracht. Es war wichtig, in der Zeit der Rauhnächte alles in der Wohnung und sich selbst rein und sauber zu halten. Deswegen wurde bereits vor den Rauhnächten alles erledigt, am Tag des heiligen Tomas, der Wintersonnenwende wurde das Haus und die Stallungen ausgeräuchtert, um die bösen Geister zu vertreiben, damit sie die heiligen Nächte nicht störten. Am wichtigsten während der Rauhnächte war aber das genaue Beobachten: wie das Wetter war, was am Tage geschah, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder alles reibungslos verlief. Daraufhin wurden die kommenden Monate gedeutet – die erste Nacht steht für den ersten Monat oder auch das Sternzeichen Steinbock, die zweite Nacht für den Monat Februar oder das Sternzeichen Wassermann und so weiter.

 

Astrologisch gesehen werden wir in dieser Zeit des Jahres inspiriert von der Kraft des Lichts und des Lebens, von den Möglichkeiten, die uns das Leben bietet, auch wenn wir uns in der Dunkelheit befinden. Die Rauhnächte bieten uns eine schöne alte Tradition, uns mit den Möglichkeiten und der neuen Ausrichtung auf das kommende Jahr einzustellen.

Mach einfach mit uns mit! In den Rauhnächten beginnend vom 24. Dezember werde ich täglich einen Artikel mit Fragen zur jeweiligen Rauhnacht schreiben, die Du für Dich selbst beantworten kannst.

 

Die Sterne standen noch nie so gut. Und 2016 hat das Potential, ein Jahr der ganz großen Veränderungen zu werden. Sofern Du bereit bist, Dein Herz zu öffnen und die Neuigkeiten in Dein Leben einzuladen.